Ein Festtag in Premnitz

In Erwartung der Begegnung mit dem Apostel Korbien herrschte unter den Geschwistern schon eine große Vorfreude. Auch die Gemeinde Genthin wurde eingeladen, weil die Räumlichkeiten der Katholischen Kirche genutzt werden konnten.

Eigentlich war der Bezirksapostel Krause erwartet worden, doch sein Gesundheitszustand lässt das Halten von Gottesdiensten nicht zu. So wirkte der Apostel dann am 23.06.2021 den Gemeinden Premnitz und Genthin. Er setzte neue Amtsgaben.

Der Apostel diente mit dem Bibelwort Johannes 3,30 in dem Johannes der Täufer von Jesus sagt „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ Weil es um Bibelkunde ging, erfolgte eine Bibellesung aus Lukas 3,15-18. Im Gottesdienst ging es um die sehr bekannte biblische Gestalt Johannes der Täufer, dessen Auftreten von Propheten vorausgesagt wurde (Mal 3,1 und Jes 40,3). Mit dem Wort befassen wir uns, weil der 24. Juni als Geburtstag des Johannes festgelegt und als Johanni bezeichnet wurde.

Schwester Gundula Kibbert nahm die Bibellesung vor. Danach waren die Bläser aktiv .

Apostel Korbien: „Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der kam zum Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, auf dass alle durch ihn glaubten“ (Joh 1,6.7). Der Apostel wurde an seinen Kindergottesdienst erinnert, als mit dem Schild des Glaubens anschaulich unterrichtet wurde. Er hatte das Bild vor Augen, als Johannes enthauptet war und sein Haupt auf dem silbernen Tablett gebracht wurde. Hier hatte sich Johannes mit seinem Wort über die Übertretung des Gesetzes und der Androhung des Gerichts unbeliebt gemacht. Der Täufer hat sich nie in den Mittelpunkt gestellt, sondern verstand sich als Wegbereiter Jesu Christi. Er war eifrig und meinte es ehrlich und freute sich, wenn sich Menschen dem Gottessohn zuwandten (Joh 3,30). Jesus ließ sich von ihm taufen und es ertönte die Stimme vom Himmel: Dies ist mein lieber Sohn, an ihm habe ich Wohlgefallen und der Geist kam in Gestalt einer Taube auf Jesus herab. Nach Jesu öffentlichem Auftreten nahm sich Johannes zurück.

Der Apostel berichtete: Für unseren Leib machen wir uns, wegen dem zu guten Essen oft Gedanken über das Abnehmen. Kürzlich war bei unserer Waage die Batterie leer und das Gewicht konnte nicht kontrolliert werden. Als sie wieder ging, hieß es: Oh zugenommen, wir müssen Obacht geben, wieder abnehmen und dann starten wir eine Aktion. Im Glauben geht es um den inwendigen Menschen, darum wollen wir uns kümmern. Das Wesen Christi soll in uns wachsen und der „Alte Adam“ immer mehr abnehmen. Das ist keine einmalige Aktion, sondern ein lebenslanger Prozess. Johannes, die Emmausjünger und auch wir verstehen Jesus nicht immer. Damals dachten sie Jesus würde das Reich auf der Erde aufrichten und Gericht halten, mancher hat auch heute solche Auffassung.  Bei allem Unverständnis, manchen Zweifeln wollen wir ihm vertrauen. Alles, was wir liebend getan haben, besteht und vergeht nicht.

Auch wir sind heute aufgerufen Zeugen für Jesus Christus zu sein, der als ein Licht in der Dunkelheit der Sünde und der Gottferne erschienen ist (Joh 1,5), um die Menschen in die Gemeinschaft mit Gott zurückzuführen. Um glaubwürdig zeugen zu können, ist es erforderlich Vorbild im Handeln und Reden zu sein. Wenn beim Zeugen bei uns Christi Wesen strahlt, so steckt unsere Freude an, so fragt der Nächste nach, woher der Gläubige seine Zuversicht und sein Vertrauen nimmt. Dann können wir auf Wort und Sakrament, auf das Heil, das durch Jesu Christi Opfer gebracht ist, hinweisen.

Johannes war Wegbereiter für Christus, doch verstand er ihn nicht immer. Johannes und seine Jünger predigte das Gericht, die Einhaltung des Gesetzes, Umkehr und Buße, sie tauften mit Wasser. Das Volk fragte Johannes, ob er der Christus sei, doch Johannes wies auf den nach ihm kommenden Erlöser hin. Jesus brachte die Botschaft der Liebe, der Gnade und der Vergebung. Auch wir verstehen nicht alles, doch wir wollen nicht, wenn Ungerechtigkeit und Bosheit auftreten, von Gott das Gericht fordern, sondern Gnade walten lassen. Wir wollen daran denken, dass Gott treu, gerecht und wahrhaftig ist und ihm vertrauen. Johannes wies auf Jesus hin: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ (Joh 1,29.36) Jesus erlöst von der Sünde und führt dadurch den Menschen in die Gemeinschaft mit Gott zurück.

Johannes der Täufer war gesandt, um ein Zeuge Christi zu sein. Schon seinem hochbetagten Vater, dem Priester Zacharias wurde er von einem Engel angekündigt  und von ihm gesagt: „Er wird groß sein vor dem Herrn … und wird schon vom Mutterleib an erfüllt werden mit dem heiligen Geist. Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren.“ Diesen Auftrag wollen wir ebenso annehmen, lassen wir uns vom Heiligen Geist leiten, damit wir Gutes tun und Menschen bekehren können.

In Vorbereitung auf die Sündenvergebung und das Heilige Abendmahl ging der Apostel auf die 2. Strophe des Liedes aus dem Chorbuch 178 ein, das die Chorgruppe vortrug. Dort heißt es:

„Herr, weil ich weiß, dass du mein Retter bist, vertrau ich still. Weil du für mich als Lamm gestorben bist, vertrau ich still. Weil ich durch dich dem Tod entrissen ward, präg tief in mich, Herr, deine Lammesart.“

Aus Liebe zu uns ging Jesus in den Tod. Uns wird dadurch Gnade zuteil und wir erhalten die Kraft im Heiligen Abendmahl treu zu bleiben. Zum Höhepunkt feierten die Anwesenden Heiliges Abendmahl.

Danach wurde Priester Jirka Kibbert zum Vorstehervertreter beauftragt, ihm wurde eine fest umrissene Aufgabe übertragen. Ordiniert wurden Marcel Kibbert zum Priester und Gerit Kibbert zum Diakon. Ihnen erteilte der Apostel Vollmacht und segnete und heiligte sie zum Dienst in der Gemeinde. Musikalisch verschönerten einige Sänger und ein Bläserchor abwechselnd die Stunde, die Akustik der Kirche trug zu rechter Atmosphäre bei. Den Gottesdienst beendete der Apostel mit Gebet und Segen.